Jugendwerk im Ortenaukreis e.V.

Das Jugendwerk im Ortenaukreis e.V.


Am 31. Januar 1968 versammelten sich verschiedene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Lahr, um den „Verein zur Förderung des Stadt- und Kreisjugendrings Lahr e.V. „ zu gründen. Die erwachsenen Gründungsmitglieder sahen es als notwendig an, einen Vereins als Vermögensträger zu gründen, der das Ziel hatte, eine Jugendfreizeit- und Jugendbegegnungsstätte in der Ortenau zu schaffen.

Zunächst hatten die Gründungsväter das „Heiligenzeller Schlösschen“ im Visier und wollten hier eine Jugendbildungs- und Jugendfreizeitstätte ausbauen. Bald mussten die Vorstandsmitglieder erkennen, dass eine Finanzierung dieses Projektes nicht möglich war. Am 27.März 1973 wurde der bisherige Verein in den Verein „Jugendwerk im Ortenaukreis e.V.“ überführt. Mit dieser Neugründung des Vereins richtete sich das Augenmerk der Vorstandschaft auf den Langenhard. Das Gelände auf der Bergspitze des Langenhards wurde bisher durch die Stadt Lahr für Standtranderholungen genutzt.

Mit Unterstützung von zahlreichen Spenden und Zuwendungen aus dem Landesjugendplan, Zuschüssen des Ortenaukreises, der Stadt Lahr und den damaligen Mitgliedsgemeinden Friesenheim, Seelbach und Schwanau konnte das Projekt „Freizeithof Langenhard“ in Angriff genommen werden.

Dipl-.Ing. Carl Langenbach, Dipl-.Ing Ferdinand Jegal und Statiker Erb waren bereit alle Planungen kostenlos durchzuführen. Die Idee, den Freizeithof Langenhard auszubauen, stammte von Werner Erb, dem damaligen Stadtjugendpfleger der Stadt Lahr.

Beim Ausbau des Freizeihofes kamen arbeitslose, teilweise drogenabhängige Jugendliche im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit sowie durch die Förderung der Landesregierung Baden-Württemberg zum Einsatz. Die Jugendlichen trugen im Wesentlichen zum Aufbau des Freizeithofes Langenhard bei.

Kurz nach Fertigstellung des Freizeithofes wurde in der Nacht zum 23.03.1977 aus bisher heute noch ungeklärter Ursache das Tagungshaus des Freizeithofes ein Raub der Flammen.

Die Vorstandschaft hat sich umgehend zum Wiederaufbau entschlossen und am 08.07.1977 fand das Richtfest für das neu errichtete Tagungshaus auf der Bergspitze des Langenhard statt. Bald nach seiner Fertigstellung füllte sich der Freizeithof mit Leben. Es wurde deutlich, welch großer Bedarf an einer Jugendbildungs- und Jugendfreizeitstätte in der Ortenau besteht.

1979 belegten 80 Gruppen die beiden Häuser mit insgesamt 5.575 Übernachtungen.

Die Geschicke des Vereins und des Freizeithofes wurden in den Folgejahren wesentlich durch Werner Erb und seiner Familie gelenkt.

Im Februar 1986 wurde der damalige Stadtjugendpfleger Günter Evermann zum Geschäftsführenden Vorsitzenden des Jugendwerks gewählt. Die folgenden Jahre zeigten, dass die Wahl für den Verein Kontinuität und Weiterentwicklung bedeutete.

Die Jugendbildungsarbeit wurde durch die Schaffung einer Stelle ausgebaut. Ebenfalls initierte der neue Geschäftsführende Vorsitzende den Ausbau der bisherigen Scheune zum heutigen Gruppenhaus. Die Übernachtungszahlen konnten mit diesem Ausbau auf rund 10.000 Übernachtungen pro Jahr gesteigert werden.

In den 90er Jahren setzte Uwe Baumann Akzente im jugendpflegerischen Bereich, die heute noch nachwirken. Insbesondere initierte er einen zirkus- und theaterpädagogischen Bereich, aus dem sich der heutige „Circus magic“ entwickelte. Er plante und organisierte eine Schreibwerkstatt mit der Veröffentlichung des ersten „Lahrer Lesebuchs“ und organisierte naturpädagogische Workcamps, die die Vorläufer der heutigen Ökologiestation Lahr waren.

Mit finanzieller Unterstützung der Jugendstiftung Baden-Württtemberg konnte  1993 ein Einstieg in das Projekt „Ökologiestation Lahr“ erfolgen. Die Ökologiestation auf dem Freizeithof bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Möglichkeiten der Naturbeobachtung und  Naturerfahrung und vermittelt das Verständnis für Zusammenhänge in der Natur.

Der Verein Jugendwerk im Ortenaukreis e.V. hat dann 2 hauptamtliche Kräfte, Dipl.Ing. Jörg Streib und Gärtnermeisterin und Pädagogin Antje Kirsch eingestellt, wodurch sich die Arbeit der Ökologiestation weiterentwickelte und festigte.

Dank der finanziellen Förderung duch die Stiftung Naturschutzfond Baden-Württemberg und durch einen jährlichen Zuschuss des Vereins konnte die Ökologiestation Lahr sich gut entwickeln und findet zwischenzeitlich überregional große Beachtung. Ca. 1.000 bis 1.500 Kinder und Jugendliche, Erwachsene, Familien und Mulitplikatoren nehmen an den Seminaren, Projektwochen, Einzelveranstaltungen, Freizeiten, Fortbildungen und Jahresbegleitungen teil.

Am 11.12.1996 hat der Verein den Freizeithof mit einem Gelände von knapp 20.000 Quadratmetern vom Bund für einen verbilligten Kaufpreis von DM 170.000,-- erworben. Die Stadt Lahr gab einen Zuschuss von DM 50.000,--  und die Weihnachtsspendenaktion der Badischen Zeitung erbrachte einen Erlös für den Kauf des Freizeithofes von DM 27.000,--. Mit dem Erwerb des Freizeithofgeländes hat der Verein eine langfristige Grundlage für seine Arbeit gelegt.

In den Folgejahren war der Verein bemüht die durch Umbau und Kauf entstandenen Schulden zu tilgen. Gleichzeitig wurden jedoch immer wieder erhebliche Investitionen in den Ausbau und Unterhalt der beiden Freizeit- und Tagungshäuser und in den Ausbau des Spiel- und Sportplatzes investiert. Auch die jugendpflegerischen Angebote wurden durch den Verein und  in Kooperation mit Dritten weiter ausgebaut.

Seit 2006 ist das Jugendwerk auch Pächter des Ferienhaus Falkau im Hochschwarzwald. Somit können nun, auf Grund der erhöhten Nachfrage, weitere räumliche Möglichkeiten angeboten werden für Bildungs- und Freizeitangebote.

Über 20.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzten von 1988 bis heute die jugendpflegerischen  Angebote des Jugendwerks.

Das Jugendwerk ist die einzige Einrichtung im Ortenaukreis die in freier Trägerschaft ohne Dachverband Maßnahmen der Jugendbildung anbietet. Es ist somit ein überregionaler Schatz in der Kinder- und Jugendarbeit, auf den der Ortenaukreis stolz sein kann.